Betriebsportrait von Monika Weibel, Restaurant Alpenblick, Ennetberge

Portrait vom Okt. 2018


 

 

untere Ennetbergstrasse 2, 8755 Ennenda

055 640 30 81, 079 377 93 52

 

www.alpenblick-ennetberge.ch

 

Mittwoch und Donnerstag Ruhetage,

Gruppen auf Anfrage jederzeit möglich


Auf der Speisekarte von Moni Weibel steht: «Meine Spezialitäten: frisch, regional, saisonal – viel vegi / vegan, wenig Fleisch – wenn immer möglich Bioprodukte.» Diesen Grundsatz versucht die 57-jährige Wirtin mit viel Herzblut und aus voller Überzeugung zu verwirklichen: In ihrem kleinen und feinen Beizli auf der Sonnenterrasse ob Ennenda. Sie nimmt «regional» ernst und kauft die Produkte so nah wie möglich ein; Salat und Gemüse je nach Saison aus dem eigenen Garten oder am Biomarktstand von Fredi Jud aus Benken. Von mehreren Ennetbergler Biobauern bezieht sie Alpkäse, Milch, Rahm, Butter, Eier, Kalbfleisch, Alpschwein, Trockenfleisch/würste. Von der Alp Hinterschlatt kommt der Alpraclettkäse. In der Natur sammelt sie Spitzwegerich, Gundelrebe, Brennesseln und Girsch für spezielle Wildkräuterspeisen. Moni mag keine Fertigprodukte, Brote und Backwaren, Mayonnaisen und Saucen – alles ist hausgemacht. Nicht nur beim Essen achtet sie auf die Ökologie; auch ihre Kleider sind aus bio- oder Recylingmaterial, sie lebt nach dem Motto «Recycling ist gut – Abfall vermeiden ist besser». Das rund 90-jährige Wirtschäftli, am Eingang der Ennetberge auf 937 m ü. M. gelegen, zieht an schönen Tagen Biker und sonnenhungrige Leute an. An trüben Tagen bleibt es oft still. Da hat Moni Zeit, ihren Gartensegen zu Konfi, Gedörrtem und Eingemachtem zu verarbeiten. Im Winter verfilzt sie die Wolle der Schafe vom Nachbar-Hof zu Finken, Sitzmätteli, Hüten usw. All das verkauft sie in ihrem Hoflädeli im Restaurant. Die von manchen Leuten als Spinnerin bezeichnete Frau, will als neustes Hobby wirklich spinnen – mit dem Spinnrad.

Moni Weibel ist in Glarus aufgewachsen und Mutter von drei erwachsenen Kindern. Ihr Vater führte ein Reisebüro, in welches sie beruflich «hineingedrängt» worden ist. Als Mitarbeiterin ging sie viel auf Reisen, um die Kunden besser beraten zu können. Ein Schlüsselerlebnis hatte Moni 1985 in der Karibik, in einem noblen Strandhotel. Dort gab es nur Dosenfruchtsäfte und in den Hinterhöfen riesige Abfallberge. Da wurde ihr klar, worauf sie in Zukunft achten will: frische Esswaren und weniger Abfall. Seither ist ihr ein ökologisch bewusstes Leben wichtig, und sie weiss, dass Einfachheit Qualität hat. 1989 erwarb Moni das Wirtepatent und führte von 1991– 93 das Restaurant Freieck in Ennenda. Es gab ausschliesslich Bioprodukte – mit Ausnahme vom Adler Bier. In jener Zeit entstand der ProduzentenKonsumentenverein (Vorläufer von Bio Glarus) sowie der Glarner Wochenmarkt. Bei beiden war Moni Gründungsmitglied. Von 1992 – 97 backte Moni Vollkorn Brote, Zöpfe Kuchen und sogar Gipfeli für den Wochenmarkt in Glarus. Doch träumte sie weiterhin von einem kleinen Beizli. Als sie eines Tages im Ennetrösligen an der Werbetafel des Alpenblicks las, «zu verkaufen», war ihr sofort klar, das wärs! Das Glück stand auf ihrer Seite; sie konnte den Alpenblick kaufen. Nach den nötigsten Renovationen im Küchen- und Thekenbereich, bei der sie selber viel Hand anlegte, öffnete sie im Mai 2015 das Restaurant. Damit erwachte der über mehrere Jahre geschlossene Alpenblick mit dem lauschigen Gartenwirtschäftli zu neuem Leben. Moni Weibel ist die stolze Wirtin und managet Kochen und Servieren ganz alleine. An Sonn- und Feiertagen, sowie bei grösseren Anlässen, greifen ihr Frauen von den Ennetbergen unter die Arme.